Goldene Filmspule 2013 geht an Joo Fürst

_MKN1349Die Goldene Filmspule 2013 wurde am 27. September 2013 an den Film-Geräuschemacher Joo Fürst überreicht. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert, die je zur Hälfte von der Brauerei Clemens Härle in Leutkirch und des Kulturzentrums Linse gestiftet werden.

 

Eingangs hat Joo Fürst aus seinem Berufsleben erzählt. Wie er dazu kam, Geräuschemacher zu werden, wie Geräusche in Deutschland, Frankreich und den USA gemacht werden, wie sich das technische Equipment im Laufe zweier Jahrzehnte geändert hat und was gleich geblieben ist. Nämlich die analogen und fassbaren Gegenstände, die Joo Fürst zur Vertonung eines Filmes benötigt. Ohne die Kokosnuss-Schalen, der quietschenden Kaffeemühle, den alten Schuhen, dem Kartoffelstärke-Säckchen und vielem mehr wären keine lebhaften und „echte“ Geräusche möglich. Nach der spannenden und unterhaltsamen Einführung ging es direkt zum Geräusche-Workshop. Joo Fürst hat seine Alu-Kiste geöffnet und die „Geräusch-Werkzeuge“ herausgeholt. Es galt, einen Kinderfilm zu vertonen. Teilnehmer aus dem Publikum wurden in die Geräusche-Kunst eingewiesen und gaben einigen Filmsequenzen den richtigen Ton. Ein Riesenspaß für die ganze Familie! Joo Fürst hat die Geräusche per Mikrofon und Computer aufgenommen und anschließend über den Film gelegt, so dass der Geräusche-Job für jeden und sofort erfahrbar wurde.

 

Joo Fürst hat sich riesig über den Filmpreis gefreut. Seines Wissens hat noch kein Geräuschemacher einen Filmpreis erhalten. Deshalb nimmt er diesen auch stellvertretend für all seine Kollegen entgegen.

 

Ein weiterer Blick hinter die Kulissen der Filmherstellung und ein schöner Abend war das, mit einem „Macher“ zum Anfassen. An alle, die nicht dabei sein konnten: Sie haben etwas verpasst!

 

Bilder vom Workshop auf der Bühne des Großen Saals (Fotos: Martin Neumann)

 

Ausstellung Martin Tag «Zweite Blicke» – im kleinen Format

Tag Martin WEB

neue Arbeiten · auf Leinwand und Papier

ungewohnte Perspektiven · kleine und kleinste Formate · Distanz und Nähe dynamische Momente · fragile Lineaturen

kräftig gesetzte Farbflächen · Motivwahl · mediale Bildwelten

sich selbst wieder entdecken?

 

26. September bis 10. November 2013. Täglich ab 17.30 Uhr. 

 

 

Typisch für Martin Tags Arbeiten sind ungewohnte Perspektiven, allen voran der Blick von oben. Schwerpunkt dieser Ausstellung sind kleine und kleinste Formate, die an die Darstellungsweise der «Thumbs» aus der vernetzten Medienwelt erinnern – einer verknappten und auf Schlüsselreize minimalisierten Wahrnehmung. Durch den Blick von oben vermittelt der Künstler in diesen Bildern Distanz und gleichzeitig eine starke Nähe im Akt des Betrachtens typischer Merkmale, die er abstrahierend aufgreift. Er wählt einen – oft dynamischen – Moment aus dem Leben der von ihm beobachteten ­Menschen heraus und verstärkt oder verfremdet diesen durch den Einsatz von Perspektive. Fragile Lineaturen und kräftig gesetzte Farbflächen stoßen dabei zusammen. Oft wird erst auf den zweiten Blick deutlicher, in welcher Weise das ­«Bildpersonal» dargestellt wird.

Bei Tags Motivwahl kann man erleben, dass die vordergründig alltäglichen Situationen wie «Baden im Brunnen», ­«Begegnung auf der Treppe» etc. plötzlich auf Motive aus der Kunstgeschichte anspielen können – wie viel Mythisches aus dem «kollektiven Bildgedächtnis» vermag in unsere angeb­liche «Wahrnehmung von Realität» hineinzuspielen? ­Welchen Stellenwert haben sie in einer Epoche medialer Bild­welten, Thumbs und Computerspiele?

Martin Tag ist Meisterschüler der Hochschule der Künste ­Berlin (UdK) und lebt und arbeitet seit 2007 in Weingarten.

martin-tag.de

 

 

Vernissage: Donnerstag, 26. September, 18.30 Uhr

Musik: Andieh Merk. Tenorsaxophon und Piano

Einführung in die Ausstellung durch den Künstler