Protokoll der ordentlichen Jahreshauptversammlung des Kulturzentrums Linse e.V.

Protokoll der ordentlichen Jahreshauptversammlung des Kulturzentrums Linse e.V.
am 27.06.2022 um 19:00 Uhr im Großen Kinosaal der Linse

1. Begrüßung durch den Vorstand
Ulrike Zähringer begrüßt im Namen des gesamten Vorstandes und des Linse-Teams und erläutert die Tagesordnung.

2. Wahl des/der Versammlungsleiter*in
Der Antrag des Vorstandes, die Versammlung selbst zu moderieren, wird per Akklamation mit einer Enthaltung angenommen.

3. Wahl des/der Protokollführer*in
Raoul Borbé wird per Akklamation einstimmig zum Protokollführer gewählt.

4. Genehmigung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wird per Akklamation einstimmig genehmigt. Rückmeldung aus dem Auditorium, dass Bedarf an Austausch und der Möglichkeit, Kritik und Ideen zu äußern, besteht.

5. Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2021
Ursula Belli Schillinger zur allgemeinen Entwicklung der Linse:
– Schwierige Ausgangsbedingungen 2020: Linse im Lockdown 7 Monate geschlossen, damaliger Geschäftsführer (GF) im (Langzeit-)Krankenstand, hohe Unzufriedenheit im Team, wenig Transparenz, unklare Zuständigkeiten.
– Ziele für das vergangene Jahr 2021: stabiles Fundament, sowohl was Finanzen aber auch Kommunikation und Prozesse/Abläufe angeht.
– Positive Bilanz: der neue GF Bastian Prieß hat in relativ kurzer Zeit viel erreicht. Sein Rückzug aus familiären Gründen wird beiderseitig bedauert. Kultursommer im Schlössle musste organisiert werden in schwieriger finanzieller Lage, gleichzeitig im Herbst 2021 Weggang erfahrener Mitarbeiter*innen. Nach dem Weggang von Bastian Priess musste Vorstand musste vielfach operativ aushelfen.
– Ursula Belli-Schillinger dankt dem Team für sein Engagement und die gute Zusammenarbeit.
Die einzelnen Bereiche werden vorgestellt – kurze Vorstellung der „neuen Gesichter“.
– Henning Däuber, Kino, Übernahme von Assistenzaufgaben und Aufgaben aus Live-Kultur (kommissarisch),
– Heike Aurin, Finanz- und Personalbuchhaltung
– Zorana Matic, Leitung Gastro, und Constantin Schmidt, Gastro,
Beide neue MA in der Gastro
– Elina Bintz, PR- und Marketing-Management, ebenfalls neu im Team
– Alex Parret, als Ehrenamtlicher im Bereich IT, wertvolle Unterstützung
Ehrenamtliche Aktivitäten, bspw. das Filmforum unter Leitung von Wolfgang Reich laufen zuverlässig und gut, die Resonanz auf die Helfer-Mails (Mithilfe Autokino, Open-Air-Kino, Disco, etc.) war jeweils immer gut gewesen.
Agnes Schiller hat nach 22 Jahren Galeriearbeit aufgehört und diese an Ursula Belli-Schillinger übergeben – der Dank konnte nun persönlich übermittelt werden.
Eine erfreuliche Mitteilung: Mittlerweile ist der Name des neuen GF bekannt, Marius Gutgsell, der an der RWU BWL studiert habe. Arbeitsbeginn ist am 1. August.

Schließlich ist die Vernetzung mit verschiedenen Institutionen vorangetrieben worden, die Zusammenarbeit mit der Stadt Weingarten wird als konstruktiv beschrieben.

Henning Däuber berichtet über das Kinojahr. Die Besucherzahl habe bei etwa 6.000 gelegen (2019: 11.800). Es seien aber auch weniger Filme gezeigt worden und weniger Vorstellungen realisiert worden. Die durchschnittliche Besucherzahl pro Film habe bei 13,6 gelegen (2019: 21.5).
Ursula Belli-Schillinger berichtet über die Live-Kultur. Der Kultursommer war u.a. mit eigener Teststation (Dank Ulrike Zähringer) gut organisiert, die Veranstaltungen hatten ganz unterschiedlichen Zuspruch (gering bis sehr gut). Insgesamt läuft Kleinkunst aber nicht mehr so gut wie noch vor der Pandemie. Die Galerie erfreut sich einer regen Nachfrage. Auf Nachfrage wurde erläutert, dass es für den Science-Slam eine Buchung gab, die kurzfristig abgesagt worden sei, bei der folgenden Veranstaltung im Herbst seien nur 8 Karten verkauft worden.
Ulrike Zähringer berichtet über die Gastronomie. Mit deutlich geringerem Personalstamm gelingt derzeit die Bewirtschaftung. Das Team ist sehr engagiert.

6. Finanzbericht Jahresabschluss 2021 durch Vorstand
Thomas Volz erläutert den Finanzbericht 2021
– Gesamtergebnis im Vergleich zu 2019 in etwa halbiert
– Ausgaben und Personalkosten ebenfalls halbiert
– Die Coronahilfe hat entscheidenden Anteil, dass das Jahresergebnis mit knapp 7.000 € im Minus fast ausgeglichen ist
– Im Vergleich zu 2020 nochmals deutlicher Rückgang der Einnahmen bei geringerem Rückgang der Betriebskosten
Anna Gassner weist darauf hin, dass durch die Schließung an Sonn- und Montagen 104 Tage im Kalenderjahr wegfallen würden.
Zuschüsse der Stadt Weingarten für Kino und Kultur würden bei 55.000 € liegen, 50% dieser Summe kommen als Komplementärförderung durch das Regierungspräsidium und die MFG (Land BaWü) hinzu.

7. Bericht der Kassenprüfer
Johann Hauenstein hatte sich für die Versammlung entschuldigen lassen.
Dietmar Blaut erläutert:
– 50% der Einnahmen würden auf Zuschüsse entfallen (2019: 16%)
– Zwei Termine haben ohne Beanstandung stattgefunden
– Bei einem Termin sei die Gastroleitung nicht anwesend gewesen und das Kassensystem gerade umgestellt worden, was kleine Unstimmigkeiten erklären konnte
– Bemängelt wird, dass das Kassensystem keine Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung hat
– Fazit: Kassenführung ist nicht zu beanstanden, der Jahresabschluss sei ein gutes Ergebnis und ein neues Kassensystem wurde auch für Kino/Kiosk empfohlen
– Vorschlag der Kassenprüfer: Entlastung des Vorstandes

8. Entlastung des Vorstandes
Die Entlastung des Vorstandes erfolgt per Akklamation einstimmig.

9. Vorschlag der Vorstandskandidat*innen
Der bisherige Vorstand kandidiert in der bisherigen Besetzung erneut für eine Amtsperiode. Keine weiteren Kandidaten.
Auf Nachfrage stellten sich alle drei Kandidat*innen kurz vor:
Ulrike Zähringer, orthopädische Schuhmacherin, 53 Jahre
Ursula Belli-Schillinger, ehem. GF bei den Zieglerschen, 68 Jahre
Thomas Volz, Betriebswirt, Solarbranche, 66 Jahre

10. Wahl des neuen Vorstandes
Die Wahl erfolgt im Block und offen. Der bisherige Vorstand wird per Akklamation einstimmig im Amt bestätigt.

11. Wahl eine/r Rechnungsprüfer*in (Johannes Hauenstein muss neu gewählt werden)
Johannes Hauenstein kandidiert erneut, keine Gegenkandidaten. Er wurde in Abwesenheit per Akklamation einstimmig wiedergewählt.

12. Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr mit Finanzplanung 2022
Henning Däuber (Kino):
– Open Air-Kino im Sommer an zwei Wochenenden
– Themenschwerpunkt „Pflegenotstand“ im Herbst mit Vorträgen, Diskussionsrunden, Filmen
– Linse als Kino bei den Filmtagen Oberschwaben (13. – 16.10. 2022)
– Filme in leichter Sprache
Ursula Belli-Schillinger (Live-Kultur):
– Grundsätzliche Überlegungen „Was macht die Linse aus?“
– Vertiefung bisheriger Inhalte und Formate, bspw. Veranstaltungen mit aktuellen politischen Themen, Cinephilo, Frauenwochen, u.a.
– Erweiterung der Inhalte, Linse als soziokulturelles Zentrum, Angebote für das jüngere Publikum, analog der audiovisual night oder der drag show
– Fortführung und Vertiefung der Kooperationen bspw. Jazztime,, Kapuziner-Kreativzentrum, DFG
– Betonung der regionalen Verankerung, Foyer-Konzerte, Kooperation mit Schulen, Theaterprojekte, Fête de la musique
– Kooperation mit RWU, bspw. Präsentation der Abschlussarbeiten im gr. Saal
Ulrike Zähringer (Gastronomie):
– Orderbird (Bestellsystem) hat sich etabliert, spart Zeit, Arbeit, macht flexibler
– Öffnungszeiten derzeit 17:30 Uhr bis open end (variierend je nach Gästen)
Diskussion über Öffnungszeiten, neue Ideen, Saisonalität der Küche, mehr Themen für Jugendliche.
Thomas Volz (Finanzen):
– Kleines (v.a. Live-)Programm um Kostenrisiko zu minimieren
– Ein Schwerpunkt des neuen GF wird Kultursponsoring sein
– Geplanter Verlust von -17.000 € für 2023
Kurze Diskussion über Eigenkapital (120.000 €), eingepreiste Steigerung der Energiekosten, optimistische Einnahmenentwicklung. Feststellung, dass der Verein in einem Geschäftsjahr kein ausgeglichenes Ergebnis braucht.
– Über 2022 (Post-Corona) hinaus schwierigere Bedingungen
– Erreichen des Normalniveaus aber erst in zwei bis drei Jahren
– Termin beim Stadtkämmerer/OB am 12.7.22
– Bessere Vernetzung über Kulturforum Weingarten
Elina Binz (Marketing):
– Relaunch der Homepage erfolgt
– Sichtbarmachung der Linse (als soziokulturelles Zentrum), u.a. in den Social Media Kanälen
– Neue Schrift, neues Logo
Kurze Diskussion über „Vodafone Double“. Verweis auf Entscheidung der letzten Jahreshauptversammlung. Interesse an einer weiteren Info-Veranstaltung bestand seitens der Mitglieder nicht. Ergänzender Hinweis von Mitgliedern, dass man auch T-Shirts u.a. bedrucken könnte, um der Linse zu mehr Visualisierung zu verhelfen.
– Neue Website soll in diesem Jahr noch zur Verfügung stehen
Nachfrage, warum dies noch nicht erfolgt ist. Grund war die fehlende Fachkompetenz, die nun durch ein Kooperationsprojekt mit der RWU gesichert wird, Elina Binz ist zudem erst seit Februar 2022 bei der Linse angestellt.
Das Projekt „Relaunch der Linse-Website“ wird von der Wolframstiftung mit einer großzügigen Spende gefördert.

13. Antrag des Vorstands auf Satzungsänderung:
„Kündigung der Mitgliedschaft nur noch zum Jahresende mit einer Frist von 3 Monaten“. Hintergrund sind ständig vorkommende Kündigungen unterjährig, was für die Verrechnung der Mitgliedsbeiträge ungünstig ist.
Der Antrag wird per Akklamation einstimmig angenommen.

14. Antrag des Vorstands auf Änderung der Freikartenregelung: Die 4 Freikarten fallen zum 1.1.2023 weg, dafür Ermäßigung bei Kinoeintritt für Mitglieder*innen in Höhe von jeweils 2 Euro zum Normalpreis.
Der Vorstand möchte zudem eine Jahreskarte als Abo Karte fürs Kino exklusiv für Mitglieder einführen.
Ausführlichere Diskussion, nachdem vom Vorstand erläutert. Es besteht die Befürchtung, dass dies Mitglieder kosten würde, gleichzeitig würden viele Mitglieder gar keinen Gebrauch von den Freikarten machen. Entgegnet wurde, dass es nicht kontrollierbar sei, an wen die Freikarten weiter gegeben würden, zudem würde die angedachte Regelung die Mitglieder mehr finanziell entlasten, die häufiger ins Kino gehen, was wünschenswert sei.
Der Antrag wird per Akklamation mit 38 Ja-Stimmen, 3 Enthaltungen und 4 Nein-Stimmen angenommen.
Der Antrag auf Einführung einer Abo-Karte wird kurz diskutiert, der Bedarf als überschaubar eingeschätzt (maximal 50, eher 20). Vom Stimmungsbild her würden 40 dafür votieren bei 2 Nein-Stimmen. Ein konkreter Vorschlag für eine Jahreskarte soll vom Vorstand erarbeitet werden.

15. Eingereichte Anträge der Mitglieder
Antrag von Mitglied Alexander Parret auf Satzungsänderung liegt vor. Bei Abstimmungen sollen nur die abgegebenen Stimmen zählen und nicht wie bisher die Stimmen der Anwesenden.
Der Antrag wird mit zwei Enthaltungen angenommen.

16. Sonstiges:
– Barbara Brugger weist daraufhin, dass Mitgliederpflege wichtig sei und berichtet von angedachten Reisetätigkeiten. Derzeit sei nichts geplant, Mantua wäre dran, was den Austausch angeht. Eine kleinere Fahrt nach Winterthur wäre von ihr als „Reiseleiterin“ aber im Herbst vorstellbar.
– Es wird darauf hingewiesen, dass die Lampe auf dem Weg zum Parkplatz schon längere Zeit kaputt sei und der Weg dadurch sehr dunkel.
– Längere Diskussion über Werbung, Verteilung der Programmhefte, das Programmheft an sich und sein jetziges Format. Dieses wird kostendeckend hergestellt. Es sei völlig unklar, ob man für ein größeres Format wieder ausreichen Werbekunden gewinnen könnte. Bis auf weiteres soll der Flyer daher so bleiben.
– Wichtiger ist die Verteilung, die derzeit nur ehrenamtlich läuft, der Postversand ist aus Kostengründen völlig eingestellt worden.


Für das Protokoll: Raoul Borbé, 11.07.2022