Archiv der Kategorie: Ausstellung

Beiträge über die Ausstellungen in der Galerie der Linse

Kunstausstellung

So 26. Juni 17:00 Uhr
Vernissage Kunstausstellung
Gymnasium Weingarten

Schwungvoll baut sich ein schillernder Sahneberg auf, welcher saftig leuchtende Früchte umschlingt. An manchen Stellen der Malerei sind diese gegenständlicher gestaltet, an anderer Stelle übernimmt ein lebendiges Spiel von Farben und Formen.
Unter dem Titel „Aber bitte mit Sahne“ haben Schüler:innen des Leistungskurses der Bildenden Kunst im diesjährigen fachpraktischen Abitur Stilllebenmalereien gemalt. Diese Arbeiten und weitere Kunstwerke der Leistungskurse 11 und 12 des Gymnasium Weingarten können Sie in der Linse ab dem 25.6. nun entdecken. Die offizielle Vernissage findet am 26.6. um 17 Uhr statt, zu der wir herzlich einladen.

Ausstellung “Electric Garden” von Ferdinand Urs Konstantin Klopfer

Dauer: 8. Mai — 25. Juni 2022

Vernissage und Eröffnung der Ausstellung am 8. Mai — 16:00 Uhr im Kulturzentrum Linse

Die Serie von Acryl-Malereien und Zeichnungen entstand im Zeitraum 2020 — 2022 und damit in der Zeit der Pandemie und ständigen Lockdowns, in der die Imagination der Wunderlandschaften zu einer Methode wurden, der Enge und Isolation der Wohnung/des Zimmers zu entfliehen und als ‚Fenster‘ in andere Welten zu fungieren. Das zentrale Thema des Gartens – als Sehnsuchtsort und verbindende Typologie zwischen Innen und Außen / Natur und Kultur – entwickelte sich parallel zu meinen Projekten im Architekturstudium, in denen ich verschiedene Strategien und Entwürfe für Gärten im weiteren Sinne entwickelte („Hortus Conclusus – Circular Garden“, „Pteridomania – The Fern Garden“, „The Good Life: Electric Garden“ und mich intensiv mit Ökologie und dem Verhältnis von Stadt, Mensch und Umwelt befasste. Der Titel Electric Garden bezieht sich auf das gleichnamige Studioprojekt (Video) und steht für die Überlagerung natürlicher Wildnis, Technologie, Architektur und Geschichten, und kann als ein Art konzeptuelles Spiegelbild des Anthropozäns gelesen werden. Die Bilder beziehen sie sich auf einige wiederkehrende Motive die den Garten räumlich aber auch im Sinne eines mentalen Raums/Zustands abgrenzen. Zumeist zeigen die Szenen seltsame Landschaften, die von gebauten Strukturen und organischem Wildwuchs gleichermaßen besiedelt sind – einst prächtige Gebäude wurden zu Ruinen; die Wildnis zum Garten – und die gedachte Grenze zwischen Kultur und Natur löst sich auf.

Zunächst erinnern die Orte durch ihre bunte Farbenpracht an paradiesische Gärten, doch auf den zweiten Blick erkennt man gewisse Unstimmigkeiten, die mitunter ein leichtes Unbehagen heraufbeschwören: Das grelle, toxische Leuchten des Himmels, Spuren von Müll/Artefakten und Chemikalien im Unterwuchs, Rohre und Stauwerke, gerodete Wälder und Baumstümpfe, und die undurchsichtigen Intentionen der Charaktere. Hinweise dafür, dass wir einem vermeidlich paradiesischen (Ur-)zustand unwiederkehrbar entflohen sind und, dass es keine unberührte und unbeschadete Natur mehr zu geben scheint. Die Szenen erscheinen friedlich aber auch fragil und außer Balance geraten wobei der Blick von einer zumeist tiefen Position auf das Geschehen die Illusion hervorruft langsam in der Landschaft zu versinken, während die Ferne in Form von Bergketten und der Andeutung von Städten am Horizont verheißungsvoll erstrahlt, was die Frage aufwirft ob man sich inner- oder außerhalb einer vertrauten Welt befindet, ob man der Stadt entflohen ist oder ob sie das Ziel einer Reise ist. Die Electric Gardens fragen nach der schicksalhaften Beziehung von Mensch und Umwelt in der Peripherie der Stadt und prognostizieren gleichzeitig eine urtümliche und archaische Zukunft in der zurückgekehrten Wildnis.
Ergänzt werden die Acrylmalereien durch Zeichnungen und Skizzen verschiedener Serien, darunter Tanz-Zeichnugen, die im Rahmens eines Seminars entstanden bei dem die experimentelle Tanzperformance Negotiations begleitet wurde. Sie beschäftigen sich mit der Morphologie des Körpers und des Raums und der Frage, inwieweit sich Bewegung und Zeit in einer Skizze einfangen lassen.

 

Ausstellung »Botanic Mind«

in der LINSE 11.03.– 08.05.2022
In ihrem Kunst-Blog »Botanic Mind« setzt sich die Grafikdesignerin Diana Brauchle u. a. mit gesellschaftspolitischen, kulturellen und philosophischen Themen auseinander. Feminismus, Organspende oder der Zustand der Europäischen Union – die digitale Collage dient der Gestalterin als Medium, um vielfältige Inhalte in einem Bild zu zentrieren und neue Kontexte zu eröffnen. Popkulturelle Fotografien, historische Naturstudien und Zitatschnipsel werden zu bewusst irritierenden Tableaus arrangiert und erzeugen Momente der Vertrautheit wie auch des Befremdens. Diana Brauchles Arbeiten überbrücken Geschichtsepochen und Kulturräume, verbinden visuelle und schriftliche Kommunikation und laden die Betrachter*innen ein, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen. Im Rahmen der ersten Weltfrauenwochen zeigt die LINSE »Botanic Mind« erstmals in einer analogen Ausstellung, verbindet diese aber mit ihrem digitalen Ursprung: Durch das Scannen der an den Werken angebrachten QR-Codes gelangen die Besucher*innen über das Smartphone zu den (engl.) Blogeinträgen der präsentierten Collagen.

Diana Brauchle (geb. 1986) studierte Grafik- und Informationsdesign an der Schule für Gestaltung in Ravensburg. Sie arbeitete seither für verschiedene Design- und Werbeagenturen als Art-Direktorin und Texterin. Das Langzeitprojekt »Botanic Mind« startete sie 2017. Collagen aus dem Projekt wurden als Frontispiz im Buch “Hölderlin’s Poltergeists” des irischen Schriftstellers Síomón Solomon und auf DiEM Voice, der Kunst- und Kulturplattform von DiEM25 (Democracy in Europe Movement), veröffentlicht.